Verein der Siebenbürger Sachsen
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Siebenbürgisches Filmprojekt wird in Wien vorgeführt

 

(Kurt Thomas Ziegler)

 

   Manuel Stübecke, M.A.,ein deutscher Akademiker ohne irgendwelchen verwandtschaftlichen Be-zug zu Siebenbürgen, entdeckte während seiner Studienzeit und vermehrt danach die Schönheiten und Attraktionen des transsylvanischen Landstrichs und begann sich schon frühzeitig auch für die Besonderheiten des Siebenbürger Sachsenvölkchens zu interessieren. Der massive Einstieg in das Tagesgeschehen innerhalb des Karpatenbogens mündete in eine dreijährige Tätigkeit als Presserefe-rent der Evangelischen Akademie Siebenbürgen mit Sitz in Neppendorf bei Hermannstadt.

 

   Dadurch, und auch durch seine zahlreichen Erkundungsreisen durch Stadt und Land lernte Stü – becke eine Vielzahl an diversen Vertretern der Siebenbürger Sachsen, vom Dorfbewohner bis zum Altbischof kennen. Er interviewte diese mit großem Interesse und konnte dadurch die Eigenarten und Befindlichkeiten, die Träume und Enttäuschungen dieser im Schwinden befindlichen Minder – heit eruieren. Er konnte aber auch ein, dem Verlöschen sich entgegenstemmendes „und dennoch“ bei so manchem Zwiegesprächs-Partner feststellen, der derzeitigen Bedeutung der hier Zurückgebliebenen im rumänischen, durch den Präsidenten Klaus Johannis sogar im gesamteuropäischen Kontext durchaus entsprechend.

 

   Stübecke, der beim Drehen der Filmreportage eifrig bemüht war, die vielfältigen Stimmen und Stimmungen der interviewten Vertreter der Sachsen richtig nuanciert einzufangen, präsentierte uns am 1.Februar, nach einer weiter ausholenden Einführung, seine Person und das Thema betreffend, Fragmente dieses Filmes, den er „Erinnerungen und Entwicklungen in Siebenbürgen“ nennt.

 

   Darin kamen einige gewichtige Vertreter der heute dort lebenden Sachsen zu Wort, so etwa Altbischof Christoph Klein, das Ehepaar Pfarrer Galter sen., Prof. Dr. Paul Philippi und Pfarrer Walther Gottfried Seidner; für die beiden letzteren wurden, durch beider Ableben 2018, ihre getätigten Aussagen zu einer Art Epitaph und gleichzeitig zu einem uns zurückgelassenen Vermächtnis.

 

   Die vor der Kamera zu Wort Kommenden brachten, neben ihren zum Teil mäanderreichen autobiographischen Daten, die zum Großteil die 40 Jahre kommunistischer Repression umfassten, ihre Gedanken und Meinungen betreffs des demokratischen Umschwungs nach den Kriegsjahren und der nationalsozialistischen Gleichschaltung ab 1940, nach Deportation und Enteignung ab 1945, nach Politprozessen und Ceausescu-Wüten zu Gehör, skizzierten die derzeitige Situation der Siebenbürger Sachsen in Rumänien als ein zwischen Zweifel und Hoffnung eingeklemmtes Dasein, das trotz mancher eindeutiger Erfolge durch neuerliche antideutsche, aus Bukarest kommende Misstöne gestört wird.

 

   Manuel Stübecke konnte uns bloß Film-Fragmente vorführen, da die eigentliche Filmpremiere in Berlin erst im Monat Mai stattfinden soll. Der Vorgeschmack der gezeigten Bruchstücke macht aber Appetit auf den integralen Filmablauf – der vielleicht dann im Herbst in unseren Wiener Räumen präsentiert werden könnte. Dass das Interesse dafür allemal vorhanden wäre, konnte Herrn Stübecke bei dem nachherigen gemütlichen Beisammensein glaubhaft versichert werden.